Robert Enke

Am 10. November 2009 nahm sich Enke an einem Bahnübergang im niedersächsischen Eilvese, unweit seines Wohnorts Empede, durch Schienensuizid das Leben. Noch zwei Tage zuvor hatte er am 12. Bundesliga-Spieltag beim 2:2 vor heimischer Kulisse gegen den Hamburger SV für Hannover 96 das Tor gehütet. In einer Pressekonferenz wurde bekanntgegeben, dass er seit 2003 mehrfach wegen Depressionen in psychiatrischer Behandlung war. In seinem Abschiedsbrief bat er Angehörige und Ärzte um Entschuldigung.

Sein Suizid löste europaweit eine tiefe Bestürzung aus. Noch am Abend seines Todes wurde ihm in einer Schweigeminute bei einem Pokalspiel seines ehemaligen Vereines FC Barcelona gedacht. In der Marktkirche zu Hannover fand am 11. November eine Trauerandacht statt, anschließend nahmen rund 35.000 Menschen an einem Trauermarsch in Richtung AWD-Arena teil. Das für den 14. November geplante Freundschaftsspiel der Nationalmannschaft gegen Chile wurde vom DFB abgesagt. Am 15. November fand eine Gedenkfeier in der AWD-Arena in Hannover statt. Martin Kind, Präsident des Vereins Hannover 96, Christian Wulff, zu damaliger Zeit Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußballbundes, Stephan Weil, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, sowie der katholische Pfarrer Heinrich Plochg richteten Worte an die rund 40.000 Trauergäste. Der Sarg Enkes war im Mittelkreis des Stadions aufgebahrt. Die Trauerfeier wurde in Deutschland auf fünf Fernsehprogrammen live übertragen; die anschließende Beerdigung fand im engsten Familienkreis statt. Beim Länderspiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste am 18. November 2009 wurde vor dem Spiel in einer Gedenkminute an ihn gedacht. Dabei wurde ein Film eingespielt, der Szenen aus dem Leben Enkes zeigte, außerdem legte Mannschaftskapitän Michael Ballack symbolisch ein Robert-Enke-Trikot mit der Nummer 1 auf einen leeren Platz der Auswechselbank. Die Spieler der Elfenbeinküste liefen in Gedenken mit T-Shirts auf, auf denen ein Foto von Enke sowie sein Geburts- und Sterbedatum standen. Am darauffolgenden Bundesligaspieltag wurde seiner in allen Stadien in einer Schweigeminute gedacht.

Kurze Zeit nach Enkes Tod gab am 20. November 2009 mit Andreas Biermann erstmals ein Fußball-Profi bekannt, dass er sich wegen Depressionen in stationärer Behandlung befindet. Er teilte in einer Pressekonferenz mit, dass er am 20. Oktober einen Selbstmordversuch unternommen hatte. Der Tod des Nationaltorwarts Robert Enke habe ihn zum Schritt an die Öffentlichkeit bewogen.

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